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  Von alters her war Altenberg auch eine Stätte für Musik; schon die ersten aus Morimond zugewanderten Mönche ließen ihren Chorgesang durch die Klosterkirche klingen. Eine erste Orgel ist in den Altenberger Quellen unter Abt Johannes Rente (1430 - 1440) nachweisbar; diese Orgel wurde unter Abt Heinrich Rouffer von Brauweiler (1496 - 1517) durch zwei neue ersetzt. Diese wurden oftmals repariert, zum Teil verlegt und erneuert und fielen schließlich wie so vieles in Altenberg den Folgen der Säkularisation zum Opfer.

Nach Zerstörung und Wiederaufbau des Altenberger Domes erhielt dieser zu Beginn des 20. Jahrhunderts endlich auch eine Orgel, die durch den 1894 gegründeten Altenberger Dom-Verein finanziert wurde. Das Werk wurde 1902 von Ernst Seifert, Mansfeld, begonnen. 1912 konnten zwei Register provisorisch aufgestellt werden, 1927 schließlich war die Orgel - an der Wand des Südquerhauses untergebracht - vollendet. Zu ihrer Einweihung, die bereits 1912 stattgefunden hatte, schrieb der Komponist Max Bruch seine "Hymne an Altenberg" für einen vierstimmigen Chor, zwei Trompeten, drei Posaunen, Pauken und Orgel.

Die Orgel spielte bis 1976. Doch bereits 1973 hatten zwei Orgelsachverständige bei einer Überprüfung schwerwiegende klangliche und technische Mängel festgestellt. Ein Neubau wurde projektiert - die Finanzierung sollte durch eine Stiftung sichergestellt werden.

Diese Stiftung wurde, nachdem das Projekt eines Neubaues der Domorgel dem Land NRW als dem Eigentümer der Kirche seitens der beiden Kirchengemeinden in Altenberg vorgetragen worden war, von der Bayer AG errichtet. Zweckbestimmung der "Stiftung Altenberg" war die Ausstattung des Domes - im Hinblick auf den Orgelneubau - und die Förderung der kirchenmusikalischen Veranstaltungen in Altenberg. Die Ziele der Stiftung werden seither sowohl durch das Land Nordrhein-Westfalen als auch durch die evangelische Kirche im Rheinland und das Erzbistum Köln mitgetragen.

Im Dezember 1976 erfolgte die Ausschreibung für den Neubau der Orgel; aus den Angeboten von vier Orgelbauanstalten erhielt die Firma Johannes Klais, Bonn, den Zuschlag. Im Januar 1978 wurde die alte Orgel abgebrochen, die einzelnen Pfeifen wurden verkauft, um aus diesen Mitteln die Finanzierung der neuen Orgel mittragen zu können. Gutachten für den Orgelstandort erbrachten, daß wegen ungünstiger Schallpegelverteilung die neue Orgel um mindestens 4 Meter gegenüber dem alten Standort vorverlegt werden mußte. Dadurch wurde die Empore der zukünftigen Orgel kleiner, die künftige Aufstellung eines Chores sowie eines zweiten Spieltisches in der Vierung der Kirche mußten nun diskutiert werden.

Im Juli 1979 begann die Orgelmontage, nachdem Stahlbau- und Gerüstarbeiten beendet waren. Im September 1979 wurde die Feier des 1. Tones, das "Richtfest" der Orgel, begangen. Am 20. April 1980 schließlich konnte in einem ökumenischen Festgottesdienst die neue Orgel geweiht werden. Sie wurde finanziert durch die Stiftung Altenberg, die beiden Altenberger Kirchengemeinden und den Altenberger Dom-Verein, der nicht nur seine Mitglieder, sondern die gesamte bergische Bevölkerung zu Spenden für die neue Domorgel aufgerufen hatte.

Die Kirchenmusik im Altenberger Dom wird seither mit maßgeblicher Unterstützung der Stiftung Altenberg durchgeführt. Ferner wird seit 1988 in regelmäßiger Folge in Altenberg die "Internationale Orgelakademie" veranstaltet, die eine Begegnung von Studentinnen und Studenten der Kirchenmusik, vornehmlich des Faches Orgel, mit Meisterschülern und Meisterorganisten auf europäischer Ebene ermöglicht. Einrichtungen der Akademie sind Konzerte, Symposien und Workshops. Zentrales Thema der Orgelakademie ist die Kunstform der Improvisation auf dem Gebiet der Orgelmusik.

Zwar war die Orgel während der Grundinstandsetzungsarbeiten in der Kirche fachgerecht abgedeckt, dennoch ließ sich eine Verschmutzung durch Baustaub nicht vermeiden. Einzelne Pfeifen und weitere Teile waren beschädigt. So wurde die Orgel 2005 nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten gereinigt und erweitert. Auch diesmal konnte der ADV die Arbeiten durch einen Spendenaufruf mit 25.000,00€ unterstützen.
Nähere Erläuterung finden Sie auf der Internetseite zur Domorgelrestaurierung.



Literatur zur Klais-Orgel des Altenberger Domes:

- Die Orgel im Altenberger Dom, hg. v. Stiftung Altenberg, Bergisch Gladbach 1980
- Wolfgang Guhswald, Faszination einer Domorgel. Die Klais-Orgel von 1980 im Dom zu Altenberg, Odenthal 1988
- Internationale Orgelakademie. Festschrift anläßlich der 5. Internationalen Altenberger Orgelakademie im August 1992, hg. v. Stiftung Altenberg im Auftrag des Kultusministers des Landes Nordrhein-Westfalen, Odenthal 1992



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51519 Odenthal
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